Modul 1

Modul 1 (4301): Grundlagen fallorientierter und sozialraumorientierter Perspektiven in der Sozialen Arbeit

Im Modul 1 werden alle Studierenden des Master-Studienganges mit den grundlegenden theoretischen Ansätzen und methodischen Konzepten der fall- und der sozialraumorientierten Perspektive in der Sozialen Arbeit vertraut gemacht. Neben den je spezifischen Grundlagen zur Vorbereitung auf die im zweiten Semester beginnenden Module in den Studienschwerpunkten zielt das Angebot auf den Erwerb interdisziplinärer Kompetenzen: die Studierenden sollen die konzeptionellen Unterschiede, aber auch die Schnittstellen beider Perspektiven erkennen, reflektieren und in das Methoden- und Interventionsrepertoire der jeweiligen Handlungsfelder integrieren lernen.

Die Orientierung am einzelnen Fall, die Unterstützung einzelner Adressatinnen und Adressaten und ihrer Familie, die Gestaltung von Beziehungen zwischen Professionellen und Adressaten sind Kernaktivitäten Sozialer Arbeit, die in vielen Handlungsbereichen zur Anwendung kommen und entsprechende fallanalytische und methodische Kompetenzen erfordern. Zugleich hat sich die Sozialraumorientierung mittlerweile zu einer zentralen Leitlinie in allen Bereichen der Sozialen Arbeit herausgebildet – in der Kinder- und Jugendhilfe ebenso wie in den Sozialen Hilfen, in der Sozialen Altenarbeit und in der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen. Die Orientierung am sozialen Raum und dessen Gestaltung ist keineswegs mehr nur auf die Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit beschränkt, sondern ist – verbunden mit einer alltags- und lebensweltorientierten Ausrichtung – zum handlungsleitenden Prinzip in vielen Bereichen der Sozialen Arbeit geworden. Dies erfordert professionelle Kompetenzen zur Analyse und Gestaltung sozialräumlicher und gemeinwesenbezogener Arbeitsprozesse.

Mit dem Modul „Grundlagen fallorientierter und sozialraumorientierter Perspektiven in der Sozialen Arbeit“ geht es darum, die Differenzen zwischen beiden Vorgehensweisen, aber ebenso die Schnittstellen und Interdependenzen herauszuarbeiten. Fachwissenschaftliche Kontroversen werden dabei „aufgehoben“ in der problembezogenen Orientierung auf die unterschiedlichen Herausforderungen.
Damit sich die Studierenden gleichermaßen intensiv mit beiden Perspektiven auseinandersetzen und nicht frühzeitig auf den von ihnen gewählten Studienschwerpunkt einschwenken, wird das Modul in zwei Teilmodule mit jeweils sechs Semesterwochenstunden unterteilt.

 

 

Modulverantwortliche/r: Prof. Dr. Keim


Platzierung 1. Semester
Häufigkeit des Angebotes jedes Studienjahr
Leistungspunkte/SWS 15 Credit Points, 12 SWS
Voraussetzung für die Teilnahme keine
6 Pflichtveranstaltungen Theorien und Konzepte interdisziplinärer Fallarbeit

Verfahren und Methoden interdisziplinärer Fallarbeit

Interdisziplinäre Fallwerkstatt

Theorien und Empirie des Sozialraums

Verfahren und Methoden sozialraumorientierter Sozialer Arbeit

Planungswerkstätten

Prüfungsleistung Fachgespräch (Zwei Teilprüfungsleistungen in Form einer mündlichen Prüfung) .
Lernziele Schwerpunkt „Interdisziplinäre Fallarbeit“

„Methode“ im Arbeitsfeld Sozialer Arbeit wird nicht als technologische Theorieanwendung, sondern als ein selbstreflexives Arbeitskonzept aufgefasst, durch welches sozialpädagogisch Handelnde in die Lage versetzt werden, selbst das fallspezifisch notwendige Wissen zu generieren und überprüfbar zu machen. Dabei wird der Prozess des Fallverstehens zum einen schematisch in einen Prozess von Anamnese, Diagnose, Intervention und Evaluation gegliedert, zum andern unterschieden in eine Perspektive des mehr sozialpädagogischen „Falles mit“ bzw. eine Perspektive des mehr sozialarbeiterischen „Falles von“ und „Falles für“.

Die Studierenden sollen diese verschiedenen Kategorisierungen erlernen und theoretisch wie praktisch sowohl in ihrer differenzierten Logik verstehen und anwenden lernen. Hierzu benötigen sie pädagogisches, sozialwissenschaftliches, rechtskundliches, professions-theoretisches und sozialpolitisches Wissen, welches interdisziplinär vermittelt werden soll. Dabei gilt, rechtliche Kategorien und institutionelle bzw. berufliche Zuständigkeiten nicht mit der Beziehungsarbeit zwischen SozialpädagogInnen und Klienten zu vermengen, sondern sowohl die Komplexität als auch die Zugehörigkeit der jeweiligen Ebene durchschaubar zu machen. Das Modul zielt damit auf eine Vertiefung der pädagogischen Professionalität unter Einbeziehung anderer Sachbezüge, vor allem der rechtlichen und lebensweltlichen.

Schwerpunkt „Sozialraumorientierte Perspektiven“

Die Studierenden erwerben ein solides Grundlagenwissen theoriegeleiteter und empirischer Bestimmung sozialer Räume, ihrer speziellen Problemlagen und spezifischen Ressourcen. Soziale Arbeit sollen die Studierenden in den sozialräumlichen Beziehungsstrukturen und Netzen verschiedener Institutionen und Akteure (er)kennen lernen und im Sinne einer ressourcenbeachtenden und –stärkenden Perspektive für die Klienten erreich- und nutzbar machen. Dazu benötigen sie analytische wie vor allem auch kommunikative und moderierende Fähigkeiten zur Verfolgung kooperativer Ansätze sozialarbeiterischen Handelns. Vor dem Hintergrund eines gesellschaftstheoretischen Raumverständnisses sollen sozial, administrativ und funktional differenzierte Räume zu einem lebensweltlichen Ganzen gefügt und dem sozialarbeiterischen Handeln zugänglich gemacht werden.