Profil

Profil des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit

  1. Das allgemeine Ziel des Studiums der Sozialen Arbeit am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit ist es, die Studierenden auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und wissenschaftlicher Methoden zu selbständigem beruflichen Handeln in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit zu befähigen. Deren Vielfalt erfordert eine Konzentration der Ausbildung auf wesentliche Bereiche der sozialen Praxis.

    Lehre und Studium vermitteln wissenschaftlich-kritisches Denken mit fachübergreifenden Bezügen und einer anwendungsbezogenen Ausrichtung, die auf Erkenntnissen der Forschungen auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit beruht und der Erschließung ihrer wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Praxis dient. Diesem Ziel gleichgestellt ist die Erfüllung des Bildungsauftrages im Rahmen der Lehre. Die Verwirklichung des Rechtes der Studierenden auf Bildung ist sicherzustellen.

    Lehre und Studium bereiten auf ein berufliches Tätigkeitsfeld vor und vermitteln die entsprechenden fachlichen Kenntnisse und Methoden. Insbesondere dienen sie dem Vertrautwerden mit und der Aneignung der theoretischen, historischen, institutionellen, organisatorischen, professionellen und berufspraktischen Grundlagen und Kompetenzen. Die Studierenden sollen angeleitet werden, aus unterschiedlichen fachlich-theoretischen Perspektiven schwierige soziale und individuelle Lebenslagen der Adressatinnen und Adressaten Sozialer Arbeit zu erkennen, zu analysieren und zu verstehen. Dabei sind deren jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und subjektiven Bedingungen, Prozesse und Praktiken zu berücksichtigen. Die Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen und praxisbezogener Fertigkeiten soll es ermöglichen, auf diese schwierigen Lebenslagen bezogen problemlösungsorientierte Handlungsstrategien zu entwickeln und anzuwenden. Die Studierenden sollen befähigt werden, das eigene berufliche Handeln theoretisch einzuordnen und zu begründen, kritisch wie selbstkritisch zu reflektieren und in praktische Interventionen zu übersetzen.

    Das Studienangebot zielt in erster Linie darauf ab, dass

    • das wissenschaftliche, methodische und praktische Grundlagenwissen bei der Vielfalt des Spezialwissens in seinen inneren Verknüpfungen für die Studierenden überschaubar bleibt,
    • das Studienangebot Orientierungsmöglichkeiten für die Planung des Studiums bietet,
    • in den Studieninhalten das Wohl und die Interessen der Adressatinnen und Adressaten der Sozialen Arbeit im Vordergrund stehen.


    Im einzelnen ergeben sich daraus folgende Zielvorstellungen:

    • die Heranführung an wissenschaftliches Arbeiten und problemorientiertes Denken,
    • die Befähigung zu fächerübergreifendem (interdisziplinärem), vernetztem Denken und Problemlösen,
    • die Verknüpfung des für die Sozialpädagogik relevanten theoretischen Wissens mit praktischem Handeln im Sinne der Vermittlung von Theorie und Praxis,
    • die Vermittlung von sozialer Kompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit im Hinblick auf die Anwendung wissenschaftlich begründeter Methoden in den beruflichen Tätigkeitsfeldern,
    • die Befähigung, die Lebens- und Problemlagen der Adressatinnen und Adressaten der Sozialpädagogik in der Wechselseitigkeit von individueller Ausprägung und gesellschaftlicher Bedingtheit wahrzunehmen, zu verstehen und diese darin zu unterstützen, ihre individuellen wie sozialen Ressourcen und Entfaltungsmöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen,
    • die Vermittlung und Anwendung der geeigneten methodischen Arbeitsformen vor dem Hintergrund eigener praktischer Erfahrungen und deren kritischer Reflexion,
    • die Vermittlung von Organisations- und Planungsfähigkeit bei der Umsetzung von Interventionsstrategien und Problemlösungen,
    • die Anleitung zur Selbstdisziplin und kritische Reflexionsfähigkeit in der Verfolgung von Tätigkeitszielen,
    • die Vermittlung von Kenntnissen über Ziele, Aufgaben, Interessen und Erwartungen der Organisationen sozialer Einrichtungen sowie deren Dienste, Leistungen, Maßnahmen und Strukturen,
    • die theoretische Vermittlung und praktische Umsetzung berufsethischer Grundsätze.


  2. Anhand dieser Überlegungen lassen sich die folgenden drei Prinzipien der Lehre und des Lernens formulieren, die in Umsetzung der Studienordnung in der Lehrpraxis als Ziele zu verfolgen sind:

    • das Prinzip der Fachspezifität, insbesondere hinsichtlich der Grundlagenvermittlung im Grundstudium,
    • das Prinzip der fächerübergreifenden Integration hinsichtlich der problemorientierten, interdisziplinären Lehre im Hauptstudium,
    • das Prinzip einer sowohl allgemeintheoretischen wie schwerpunktbezogenen Vertiefung im Hauptstudium.


  3. Zur Umsetzung der vorgenannten Zielvorstellungen legt der Fachbereich seinen Schwerpunkt auf folgende Aspekte Sozialer Arbeit:

    • die Vermittlung eines reflektierten Menschenbildes einschließlich einer kritischen Betrachtung aktueller gesellschaftlicher Entwicklungstendenzen,
    • einer kritischen wie selbstkritischen Aufarbeitung daraus abgeleiteter normativer Vorstellungen und darauf aufbauend
    • die Entwicklung und Vermittlung unterstützender professioneller Handlungskompetenzen auf der Grundlage ethisch und human fundierter Grundsätze.

     
    Im einzelnen fokussiert dabei der Fachbereich in erster Linie folgende Aspekte professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit:

    • die Entwicklung und Vermittlung einer sinnverstehenden Methodik im Sinne einer „Beziehungsarbeit" unter Einschluss von Erkenntnissen u.a. aus der Psychoanalyse, der Säuglings- und Bindungsforschung, der Systemtheorie, des Radikalen Konstruktivismus und der Kritischen Theorie;
    • die Entwicklung und Vermittlung von Handlungswissen im Bereich der Sozialpolitik mit dem Schwerpunkt Sozialmanagement / Fundraising;
    • die Entwicklung und Vermittlung von Handlungswissen für heilpädagogische Praxisfelder unter Einschluss einer sinnverstehenden Psychomotorik;
    • eine deutliche Akzentuierung des medialen Lehrangebotes.