Berufsbilder

Berufsbilder des Sozialpädagogen

Eine Arbeit im sozialen Bereich wird von der Ansicht getragen, dass in unserer komplexen Gesellschaft vielfältige und oft widersprüchliche Anforderungen bestehen. Oftmals existieren ungleiche Chancenverteilungen für die einzelnen Menschen, und es entstehen unvermeidbare Belastungen. Unterstützung und Hilfe können sinnvoll und notwendig sein, sobald Einzelne, Gruppen von Einzelnen und ganze Gemeinwesen einen sinnvollen Platz in dieser Gesellschaft finden wollen.

Die Berufsfelder einer Sozialpädagogin oder eines Sozialpädagogen sind weit gefächert. Die Aufgabe der Sozialpädagogik ist es, Menschen in ihrem Bemühen zu unterstützen, Eigenkräfte zu entwickeln, damit sie befähigt sind, in ihren Lebensbezügen verantwortlich zu handeln und die Angebote ihrer Umwelt sinnvoll zu nutzen. Dies geschieht mit persönlichen und materiellen Hilfen.

Die Grenzen zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik sind heute in der Praxis eher fließend. Ursprünglich bestand eine Trennung zwischen den Bereichen Fürsorge und Erziehung. Um dieser aktuellen Entwicklung gerecht zu werden, bietet der ehemalige Fachbereich Sozialpädagogik der Hochschule Darmstadt mit Beginn des Wintersemesters 2004/05 den Studiengang Soziale Arbeit mit dem Abschluss "Bachelor of Arts" an.

Die Bezeichnung soll sicherstellen, dass die Ausbildung sowohl für die Sozialarbeit als auch die Sozialpädagogik qualifiziert. Am Ende eines erfolgreich abgeschlossenen Studiums wird der akademische Titel eines Bachelor of Arts (B.A.) erworben.

Das allgemeine Ziel des Studiums der Sozialen Arbeit am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit ist es, die Studierenden auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und wissenschaftlicher Methoden zu selbständigem beruflichen Handeln in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit zu befähigen.

Lehre und Studium vermitteln wissenschaftlich-kritisches Denken mit fachübergreifenden Bezügen und einer anwendungsbezogenen Ausrichtung, die auf Erkenntnissen der Forschungen auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit beruht und der Erschließung ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Praxis dient. Diesem Ziel gleichgestellt ist die Erfüllung des Bildungsauftrages im Rahmen der Lehre. Die Verwirklichung des Rechtes der Studierenden auf Bildung ist sicherzustellen.

Lehre und Studium bereiten auf ein berufliches Tätigkeitsfeld vor und vermitteln die entsprechenden fachlichen Kenntnisse und Methoden. Insbesondere dienen sie dem Vertrautwerden mit und der Aneignung der theoretischen, historischen, institutionellen, organisatorischen, professionellen und berufspraktischen Grundlagen und Kompetenzen. Die Studierenden sollen angeleitet werden, aus unterschiedlichen fachlich-theoretischen
Perspektiven schwierige soziale und individuelle Lebenslagen der Adressatinnen und Adressaten Sozialer Arbeit zu erkennen, zu analysieren und zu verstehen. Dabei sind deren jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und subjektiven Bedingungen, Prozesse und Praktiken zu berücksichtigen. Die Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen und praxisbezogener Fertigkeiten soll es ermöglichen, auf diese schwierigen Lebenslagen bezogen problemlösungsorientierte Handlungsstrategien zu entwickeln und anzuwenden. Die Studierenden sollen befähigt werden, das eigene berufliche Handeln theoretisch einzuordnen und zu begründen, kritisch wie selbstkritisch zu reflektieren und in praktische Interventionen zu übersetzen.   Im einzelnen ergeben sich daraus folgende Zielvorstellungen:

  1. die Heranführung an wissenschaftliches Arbeiten und problemorientiertes Denken,
  2. die Befähigung zu fächerübergreifendem (interdisziplinärem), vernetztem Denken und Problemlösen,
  3. die Verknüpfung des für die Soziale Arbeit relevanten theoretischen Wissens mit praktischem Handeln im Sinne der Vermittlung von Theorie und Praxis,
  4. die Vermittlung von sozialer Kompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit im Hinblick auf die Anwendung wissenschaftlich begründeter Methoden in den beruflichen Tätigkeitsfeldern,
  5. die Befähigung, die Lebens- und Problemlagen der Adressatinnen und Adressaten der Sozialpädagogik in der Wechselseitigkeit von individueller Ausprägung und gesellschaftlicher Bedingtheit wahrzunehmen, zu verstehen und diese darin zu unterstützen, ihre individuellen wie sozialen Ressourcen und Entfaltungsmöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen,
  6. die Vermittlung und Anwendung der geeigneten methodischen Arbeitsformen vor dem Hintergrund eigener praktischer Erfahrungen und deren kritischer Reflexion,
  7. die Vermittlung von Organisations- und Planungsfähigkeit bei der Umsetzung von Interventionsstrategien und Problemlösungen,
  8. die Anleitung zur Selbstdisziplin und kritische Reflexionsfähigkeit in der Verfolgung von Tätigkeitszielen,
  9. die Vermittlung von Kenntnissen über Ziele, Aufgaben, Interessen und Erwartungen der Organisationen sozialer Einrichtungen sowie deren Dienste, Leistungen, Maßnahmen und Strukturen,
  10. die theoretische Vermittlung und praktische Umsetzung berufsethischer Grundsätze.