Tagung 2010

Ehemaligentagung am 07.05.2010, Beginn ab 13:30 Uhr

Programm Ehemaligentagung am 7. Mai 2010

Das aktuelle Programm können Sie hier als Dokument herunterladen.

Aktuelle wissenschaftliche Themen

Prof. Dr. Kerim Edinsel

Interkulturelle Handlungskompetenzen? Wenn ja, wie und welche?

Der Beitrag behandelt Fach- und Selbstkompetenzen sowie Methoden- und Sozialkompetenzen im interkulturellen Kontext und geht der Frage nach, welches Wissen und Können in der Hilfeplanung und -leistung mit Migrantenfamilien erforderlich sind, um erfolgreich agieren zu können.

Prof. Dr. Angelika Groterath

Die Welt braucht keine Sozialarbeiter, aber Sozialarbeiterinnen brauchen die Welt.

(soziale) Arbeit in lnternationalen Organisationen

,,Nur universale Organisationen wie die Vereinten Nationen haben die Reichweite und Legitimität, die Prinzipien und Regeln hervorzubringen, die wesentlich sind, damit die Globalisierung allen zu Gute kommt.“  Kofi Annan

Ein häufiges Missverständnis in Bezug auf die UN ist, dass die Organisation mit den politischen Entscheidungen oder Nicht- oder Fehlentscheidungen identifiziert wird, die ihren Handlungen zugrunde liegen. Das trifft in einigen Fällen bedingt zu, aber bei weitem nicht in allen: Das Gros der Entscheidungen wird nicht durch den Apparat „UN“ getroffen, sondern durch die Staatengemeinschaft oder einzelne Staaten via Organe, Kommissionen etc. Die UN und ihre Bediensteten werden tätig entsprechend dieser Entscheidungen nach der (firsthand-) Erfahrung der Referentin oft ganz ausgezeichnet. In diesem Seminar wird ein Überblick über die Organisationen der UN-Family, mit ihr kooperierender NGOs und die Voraussetzungen dieser Kooperation gegeben; und es werden Arbeitsbeispiele aufgezeigt, an denen deutlich werden kann, wie ,,soft skills"- Expertlnnen hier mitarbeiten können. Mit den Teilnehmerlnnen soll die Frage diskutiert werden, wie, wo und unter welchen Bedingungen Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen in Internationalen Organisationen tätig werden können - und welche Möglichkeiten sich auch Quereinsteigerlnnen bieten.

 

Prof. Dr. Rolf Keim

Das Ghetto im Kopf? - Parallelgesellschaften zwischen Zuflucht und Ausgrenzung


Dafür, dass es in Deutschland weder Ghettos noch Parallelgesellschaften gibt (These), wird viel drüber geredet: "die" wollen nicht, "denen" fehlt die Integrationsbereitschaft! Der Beitrag informiert über Ausmaß und Entwicklung ethnischer Segregation in deutschen Städten und diskutiert Integrationschancen im Angesicht von Stigmatisierung und sozialräumlichem Rückzug. Und: was hilft der Blick nach Frankreich?

Prof. Dr. Susanne Spindler

Der Diversity-Ansatz - Spielräume und Grenzen am Beispiel von Diversity in der Jugendarbeit

Der Diversity-Ansatz erobert in der Wissenschaft zurzeit eine prominente Position und entwickelt die interkulturelle Pädagogik weiter. Er beinhaltet, die Vielfalt und Unterschiede der Individuen als Stärke zu nutzen und damit positive Effekte für die Gemeinschaft zu erzielen. Auseinandersetzungen mit Vielfalt und Differenz finden auch in der Offenen Jugendarbeit statt, der Umgang mit Heterogenität ist hier Alltag. Dabei zeigen sich aber auch Grenzen der Wahrnehmung von Vielfalt sowie der Umsetzung in nicht-problematisierende Diskurse.

Workshop

Prof. Dr. Lisa Niederreiter

Ästhetische Medien und interkulturelle Begegnung (Methodische Annäherungen und Projektbeispiele)

Bilder ermöglichen in Wahrnehmung und Ausdruck als primär nicht sprachvermittelte Medien eine profundere, gleichzeitig breitere Annäherung an Interkulturalität. Wir werden dies mit kunstrezeptiven Methoden ausprobieren und Beispiele aus der pädagogischen Arbeit in diesem Feld diskutieren.

 

Von der Praxis für die Praxis

Naime Cakir

Rechtspopulismus im antiislamischen Gewand

In den letzten Jahren haben sich vermehrt rechtspopulistischen Pro- und Bürgerinitiativen Initiativen in Köln, München oder Frankfurt gegründet, mit dem Anspruch neue Moscheebauten zu verhindern und den Menschen die „Wahrheit“ zu sagen. Dabei thematisieren sie den Islam als eine Religion, die Menschrechte verachtet und die Errungenschaften der „westlichen Zivilisation“ bedroht. Naime Cakir wird einige dieser Pro-Bewegungen vorstellen und über Rechtspopulismus im antiislamischen Gewand referieren.

Maria-Antonia Estol

Die Kultur ist nicht das Problem

Kontinuierlich steigt der Migrantenanteil an der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. Teilweise sind Menschen mit Migrationshintergrund trotz langer Aufenthaltszeiten einer Vielzahl besonderer Schwierigkeiten ausgesetzt und suchen Regeldienste auf. Der Workshop befasst sich mit der besonderen Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten und thematisiert Erfahrungen aus der Beratungspraxis.

Latifa Nickel

"Ein Leben in der dritten Person: Die psychische Gesundheit muslimischer Migrantinnen".

Latifa Nickel zeichnet die psychische Verfassung und Situation muslimischer Frauen in der Migration nach. Dabei beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen der Migration selbst, mit Migrationsbedingungen in der Bundesrepublik und mit Besonderheiten muslimischen Glaubens, die möglicherweise Einfluss auf die Gesundheit bzw. auf Erklärungen der Betroffenen für ihre Befindlichkeit haben können. Auch Konsequenzen für die gesundheitliche Versorgung werden thematisiert.

Ludwig Seelinger, Timo Wöll

Die „Turkish Power Boys“ Mythos, Phänomen und Realität

Im November vor genau 20 Jahren gründeten sich die Jugendgang „Türkish Power Boys“ in dem Frankfurter Stadtteil Bornheim. Ihr Mythos und ihre Präsenz im Stadtteil waren legendär und beeinflussen bis heute Jugendliche mit Migrationshintergrund im Stadtteil. Insbesondere in den offenen Kinder und Jugendtreffs. sind die Wertorientierung und Verhaltensweisen der „Turkish Power Boys“ immer noch Maßstab und Orientierung für das eigene Verhalten.

Timo Wöll ehemaliger Student der Hochschule Darmstadt und Mitarbeiter des Jugendhauses Heideplatz wird mit Ludwig Seelinger ehemaliger Leiter des Heideplatz und Zeitzeuge versuchen diesem Mythos auf den Grund zu gehen. Neben einer PPPräsentation zu den „Turkish Power Boys“ werden ehemalige Mitglieder „Turkish Power Boys“ eingeladen. Interviews und Statements aus der Gründungszeit beleuchten die Migrationssituation der Jugendlichen und geben Einblick in ihre Verhaltensmuster insbesondere zu Freundschaft, Männlichkeit und Gruppendynamik. Die Maßstäbe für die heutige Generation von türkischen Jugendlichen im Stadtteil Bornheim Frankfurt sind.

Literatur: Hermann Tertilt, Turkish Power Boys. Ethnographie einer Jugendbande, Frankfurt/M. (suhrkamp taschenbuch 2501) 1996.

Evelin Steinke-Leitz

Süd-Indien - Pädagogik der Vielfalt – Eine Studienreise in den Süden von Indien

Im Workshop sollen spezielle Stadtionen einer Studienreise der Kübel-Stifung Bensheim nach Süd-Indien vorgestellt werden. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit dem indischen Bild vom Kind, vor dem Hintergrund des eigenen Verständnisses von Kindheit und Chancen von Bildung. Das Ziel ist, Problembewusstsein in Handlungsstrategien zu übersetzen und Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung angesichts von Globalisierung und Zukunftssicherheit als Gegenstand von Bildungsprozessen zu erkennen.