Weiterbildung „Introspektion und Empathie“

Zielgruppe und Umfang

Das Weiterbildungsangebot richtet sich exklusiv an Studierende des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit: Kritisch-reflexive und forschende Zugänge“ am Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt. Falls Plätze offenbleiben, können diese auch von externen Sozialpädagog*innen gebucht werden.

Das kostenpflichtige Angebot findet im zweiten und dritten Semester statt (April bis März) und umfasst ein Erstinterview, rund dreißig Sitzungen Selbsterfahrung (à 9o Minuten) in einer geschlossenen Gruppe von maximal 12 Teilnehmer*innen sowie einen Reader zu Theorie und Methode der Weiterbildung.

Die Weiterbildung ist ein Zusatzangebot zum Masterstudiengang, das die Masterstudierenden freiwillig in Anspruch nehmen können – auf diese Weise werden die Selbsterfahrungsprozesse nicht durch Prüfungsleistungen beeinträchtigt und können sich in einem geschützten Rahmen entwickeln.


Inhalt

In sozialpädagogischen Beziehungen können mitunter Themen und Gefühle aufkommen, die als verstörend, aufwühlend und irritierend erlebt werden, bspw. Ohnmacht, Angst oder Wut (auch) auf Seiten der Fachkräfte. Um destruktiven Entwicklungen oder Beziehungsabbrüchen vorzubeugen, benötigen Fachkräfte die Fähigkeit, innere Gefühle wahrnehmen (Introspektion) und sich in andere einfühlen zu können (Empathie). Die wahrgenommenen Gefühle können dann auf die Spur noch unsagbarer Konflikte der Klient*innen führen, sie können mit Bedeutung versehen und in die gemeinsame Verständigung eingebracht werden, um letztlich förderliche Entwicklungen anzustoßen.

Die Weiterbildung stellt geschützte Selbsterfahrungsräume zur Verfügung, in denen Introspektion und Empathie erlebt und vertieft werden können – methodisch kommen dabei (alternierend) gruppenanalytische Selbsterfahrung, Selbsterfahrung über Kunst und Medien oder psychomotorische Selbsterfahrung zum Einsatz. In der Selbsterfahrungsgruppe können die Teilnehmer*innen ihre Fähigkeiten zu Introspektion und Empathie durch verbale und nonverbale Kommunikation, durch die Verständigung über affektive und kognitive Prozesse in der Gruppe sowie durch die Differenzierung von Selbst- und Fremdwahrnehmung erweitern. Sie können sich über ihre Berufswahl, ihre Konfliktbereitschaft, ihr biografisches Gewordensein und ihre soziale Verortung verständigen, und damit der Gefahr vorbeugen, etwaige unbewältigte Themen in sozialpädagogischen Beziehungen zu agieren.

Zu Beginn der Weiterbildung finden persönliche Vorgespräche statt, die der Information über das Setting sowie der Verständigung über die Passung des Angebots zu den Interessen der Teilnehmer*innen dienen. Zur theoretischen Orientierung wird ein Reader zu Themen wie Introspektion und Empathie, Selbstreflexion und Selbsterfahrung sowie zu den angewandten Methoden bereitgestellt.


Ziele

Das Angebot trägt zur Professionalisierung der Teilnehmer*innen bei, entsprechend der Kompetenzen im Bereich „Persönlichkeit und Haltungen“ des Qualifikationsrahmens Soziale Arbeit (QR SozArb, S.54): (Weiter-) Entwickeln einer stabilen Persönlichkeit mit ausgeprägter Empathie für soziale Aufgabenstellungen; Ausübung einer professionellen Berufsrolle unter Einbeziehung der eigenen Persönlichkeit in selbstkritischer und reflektierter Haltung; sowie selbständiges Definieren der Grenzen und Möglichkeiten beruflichen Handelns. Insbesondere die folgenden Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen werden mit der Weiterbildung angestrebt :

Kenntnisse: Introspektion und Empathie, Subjektivität und Intersubjektivität, Affektdynamik und Affektregulierung, Methoden der Selbsterfahrung.

Fertigkeiten: Selbstregulierung, Regulierung von Nähe und Distanz, Beziehungsgestaltung, Verstehen und Verständigung.

Kompetenzen: Fähigkeit zur Introspektion und Empathie, Selbstreflexionskompetenz, Kommunikationskompetenz, Gruppenkompetenz, Konfliktfähigkeit.


Kosten und Abschluss

Die Gesamtkosten betragen, je nach Gruppengröße, zwischen 640 und 770 Euro pro Teilnehmer*in.

Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmer*innen einen Teilnahmenachweis. Die absolvierten Sitzungen können, je nach methodischer Passung, bei einer folgenden Weiterbildung anerkannt werden.