Forschung

Forschungsprojekt

„Zusammenhalt, Selbstfindung und Erfahrung: Szenenzugehörigkeit und Biografie“

Dr. Jana Günther & Dr. Jennifer Kreß

Szenen als „vororganisierte Erfahrungsräume“ (Hitzler/Niederbacher 2010) haben auf Jugendliche sowie junge Erwachsene und deren Biografien einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. 

In der Jugendforschung rund um Subkultur und Jugendszenen gilt es als relativ unumstritten, dass deren - zumeist als temporal gewerteter - Einfluss eine wesentliche Bedeutung für Heranwachsende hat (Hitzler/Niederbacher 2010; Ferchhoff 2011). So gelten diese Zusammenschlüsse beispielsweise für ‚ihre Mitglieder‘ als „eine soziale Heimat, eine Gemeinschaft der Gleichen“ (Farin 2013: 24) und befriedigen Bedürfnisse nach Integration im Sinne von Orientierung, Zusammenhalt, Selbstfindung und dezidierter Demarkation wie Provokation, Exklusion und ‚Rebellion‘.

Wenngleich insbesondere Stimmen aus der Soziologie darauf hinweisen, dass sich bestimmte Vergemeinschaftsformen, so auch Szenen, nicht nur auf Jugend beschränken (Richter 2020: 8), blieb zumeist unerforscht , welchen Einfluss jugendkulturelle Szenen auf die weiteren Lebensphasen von Individuen haben können.

Das Forschungsprojekt nimmt daher dezidiert den Biografieverlauf von erwachsenen Szeneangehörigen und ehemaligen Szeneangehörigen in den Blick. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Erfahrungen, Handlungsstrategien und Kompetenzen, die sich im Zuge der Szeneangehörigkeit angeeignet wurden und auf die im Laufe der weiteren Biografie zurückgegriffen werden können.

Die explorative Studie legt demnach einen Fokus auf den gesamtbiografischen Stellenwert von Szenezugehörigkeit und Szeneleben und löst sich von der gängigen Sichtweise, diese Sozialisationsinstanzen auf die Adoleszenzphase zu beschränken.

Flankiert wird das Forschungsvorhaben im Wintersemester 2020/21 von zwei Lehrforschungsprojekten:

  1. Jugendkulturen und Szenen (qualitativ) mit Dr. Jennifer Kreß
  2. Jugendkulturen und Szenen (quantitativ) mit Dr. Jana Günther

Förderung: Informationen folgen

 

Schwerpunktheft der Femina Politica 01/2022

Dr. Brigitte Bargetz (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Dr. Jana Günther (Hochschule Darmstadt)

„Vor der Tür. Intersektionale Dimensionen von Armut und Ausbeutung“

Auszug aus dem Call for Papers:

Seit geraumer Zeit warnen NGOs auf staatlicher sowie transnationaler Ebene vor erhöhten Armutsrisiken für immer größere Bevölkerungsgruppen. Die Neoliberalisie¬rung westlich-moderner Sozial- und Wohlfahrtsstaaten ebenso wie die Austeritäts¬politiken im Kontext der Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Armutsrisiken deutlich erhöht und bleiben auch in Zeiten der Autoritarisierung akut. Die weltweite Corona-Pandemie verschärft diese Tendenzen und bringt zugleich neue politische und sozio-ökonomische Krisen hervor: So ist zu erwarten, dass sich der Kreis der von Armut Betroffenen ausweiten wird und Formen „extremer Armut“ selbst in jenen Staaten zunehmen werden, die über ein Sozialstaatssystem oder zumindest sozialpolitische Mindestsicherungen verfügen. Ebenso drohen in vielen Ländern des globalen Südens aktuell neue Hunger- und Überlebenskrisen durch Einkommensausfälle und unzu¬reichende Unterstützungsprogramme. Verarmungsprozesse sind in vielfacher Weise vergeschlechtlicht, sexualisiert, rassifiziert und klassisiert, explizit gefährdet sind dabei vor allem jene, die ohnedies besonders verletzbar und marginalisiert sind. […]

Weitere Informationen: Vollständiger CfP deutsch & englisch

 

Studie

Frauen in der Kriegsindustrie

Dr. Jana Günther

Die explorative Studie fokussiert die Rolle von Frauen und weitergehend Frauenbewegungs-organisationen der sogen. ersten Welle in nationaler Militär- und Kriegsorganisation zum Beginn und während des Ersten Weltkrieges.